Veröffentlicht am 16. Februar 2012
Die Segelyacht "Far Star" mit einer Person an Bord wird vermisst. Sie befindet sich auf einer Überfahrt im Südpazifik von den Galapagos-Inseln nach Tahiti. Die letzte bekannte Position am 26. Januar 2012 lautet 07 54S 111 06W. Die australische Seenotrettungsleitstelle (Rescue Coordination Centre (RCC) Australia) bittet weltweit um Mithilfe bei der Suche nach der vermissten Yacht. Laut QRZ.COM verfügt der Skipper mit dem Namen George an Bord über eine Amateurfunkstelle. Das Rufzeichen lautet KJ4IXK. Daher werden auch Funkamateure aufgefordert, Kontakt mit dem Skipper herzustellen. Möglicherweise ist er auf 14MHz-Band oder im Winlink-Netz aktiv. Sollte ein Kontakt hergestellt worden sein, so ist in diesem Fall sofort RCC Australia zu informieren: Telefon: +61262306811, Fax: +61262306868, E-Mail: rccaus@amsa.gov.au
Notfunk Deutschland hat bereits Kontakt zu INTERMAR e.V. hergestellt und die Meldung zur Veröffentlichung im INTERMAR-Funknetz via INTERMAR Net Control weitergeleitet. Das INTERMAR-Funknetz wird zweimal täglich auf Kurzwelle und über ein deutschlandweites VHF/UHF-Repeater-Netz betrieben. Es dient der Information von Funkamateuren an Bord von Wasserfahrzeugen auf See und auf Binnengewässern, z.B. über Wetterlagen oder Suchmeldungen.
Auf Kurzwelle ist das INTERMAR-Netz über 14,313MHz in SSB (Sprechfunk) zu erreichen. Die Net Control Station und die VHF/UHF-Repeater sind über den Echolink-Konferenz-Server DL0IMA-L (Node-Nummer 50313) miteinander verbunden. Über die Echolink-Conference ist es auch möglich, ohne Funkgerät via Computer oder Smartphone am Netz teilzunehmen. Das Netz ist jeden Tag morgens zwischen 0700 und 1000 UTC (je nach Bandöffnung auf 14MHz) und abends um 1630 UTC in Betrieb. Nähere Informationen stellt Intermar zu Verfügung.
Veröffentlicht am 12. Februar 2012
Wie mehrere Tageszeitungen und Radiosender berichten, hat das Bundeswirtschafts-ministerium einen Krisenstab eingerichtet, in dem Vertreter der Energieversorgungs-unternehmen und der Bundesnetzagentur die aktuelle Energieversorgungslage beurteilen und entsprechende Maßnahmen veranlassen sollen. Grund dafür ist laut des Berichts von Welt Online die aktuelle Gefahr eines Engpasses in der Versorgung der Bevölkerung und der Industrie mit Strom und Gas.
Seit dem im Sommer 2011 acht deutsche Atomkraftwerke vom Netz genommen wurden, wird in Deutschland der Strom zu einem höheren Anteil durch Gaskraftwerke, Windkraft-anlagen und Solaranlagen erzeugt. An windruhigen Wintertagen fällt daher ab den späten Nachmittagsstunden die erzeugte Energiemenge deutlich geringer aus. Die Lage hat sich durch die Reduzierung der Gaslieferungen aus Russland verschärft.
Derzeit wird die Situation in Deutschland durch Zuschaltung von Öl- und Gaskraftwerken, die als Reserve vorgehalten werden, und durch importierte Stromenergie aus dem Ausland abgefangen. Laut des Berichts wurde in Südfrankreich aber vom lokalen Netzbetreiber bereits die höchste Warnstufe vor einem Blackout ausgerufen, da dort die Stromlieferungen aus Deutschland zur Abdeckung der Verbrauchsspitzen ausbleiben.
Welche Folgen ein Stromausfall in Deutschland haben könnte und in welchem Maß insbesondere die Notfallkommunikation betroffen wäre, hatte unlängst eine Studie des Deutschen Bundestags untersucht.
Welt Online: Bund richtet Krisenstab für Stromversorgung ein, 12.02.2012
Berliner Morgenpost: In Deutschland wächst die Blackout-Gefahr, 12.02.2012
Focus Online: Gedrosselte Gaslieferungen - Versorgungsengpass bei Strom und Gas möglich?, 12.02.2012
Reuters Deutschland: Erste Winter-Einschränkungen in Deutschland bei Gasversorgung, 12.02.2012
Saarländischer Rundfunk: Krisenstab zur Energieversorgung gebildet, 12.02.2012
Aktualisiert am 07. Februar 2012
Ein Erdbeben der Stärke 6,7 erschütterte am 06. Februar 2012 um 0249 UTC die Region um die Stadt Cebu im Zentrum der philippinischen Inselgruppe. Etwa eine halbe Stunde später folgte ein weiteres Beben der Stärke 5,6. In der Region leben mehr als 8 Millionen Menschen.
Zunächst lagen nur wenige Meldungen aus der betroffenen Region vor. Nach ersten Berichten wurde nur ein leichter Tsunami und eine getötete Person registriert. Aufgrund der Stärke des Bebens war aber mit Zerstörungen von Gebäuden und Teilen der Infrastruktur zu rechnen. Die Lage scheint nun doch ernster, als gestern berichtet. Heute erreichte uns die Meldung der IARU-Notfunkkoordinatoren, dass mehr als 40 Menschen getötet wurden und viele Personen unter Trümmern verschüttet sind. Rettungskräfte sind im Einsatz. Es wird erwartet, dass sich die Zahl der verletzten und getöteten Personen noch weiter erhöht. Die Region wurde durch mehr als 200 Nachbeben erschüttert. Einige davon waren ähnlich stark wie das Hauptbeben. Die Menschen reagierten mit Panik.
Mittlerweile haben Funkamateure im Krisengebiet den Notfunkbetrieb auf dem VHF-Band aufgenommen, um den Nachrichtenaustausch zu unterstützen, da in der Region das Telefonnetz größtenteils nicht mehr funktioniert und die Stromversorgung großflächig ausgefallen ist. Die Notfunker der philippinischen Organisation Ham Emergency Radio Operations (HEROs) haben die Notfunkfrequenzen 144.740MHz und 7.095MHz aktiviert und Notfunkstellen auf einem Such-und Rettungskreuzer der philippinischen Küstenwache und in der nationalen Katastrophenschutzbehörde in Manila eingerichtet. Über die Notfunknetze werden ständig Meldungen aus dem Krisengebiet nach Cebu und Manila übertragen. Eine weitere Notfunkstation arbeitet als Verteiler für Funkmeldungen, Echolink-Verkehr und Facebook-Postings. Die Funkamateure versuchen auch, viele Anfragen aus dem Ausland über den Verbleib von Familienangehörigen und Freunden zu beantworten. Da die Telefonnetze zusammengebrochen sind, ist Amateurfunk die einzige funktionierende Verbindung ins Krisengebiet.
Wir bitten alle Funkamateure, die philippinischen Echolink-Nodes, den Frequenzbereich um 7.095MHz und die Aktivitätszentren für internationale und regionale Notfunknetze frei zu halten. Die Philippinen befinden sich in der IARU-Region 3.